Luftaufnahme PIER F

PIER FLASHBACK

Geflüchtete besuchen pier f

Am Samstag hatten wir einen ganz wunderbaren Tag im Osthafen mit vielen tollen Menschen. Wir besuchten den Frankfurter Garten, die Erinnerungsstätte an der EZB und den Hafenpark.

Es wurde zusammen mit ShoutOutLoud gekocht und mit unseren Gästen über das Thema verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen gesprochen. Vielen Dank an alle Beteiligten, vor allem aber an ShoutOutLoud und Thomas Müffke.

Fotos: Thomas Müffke

 

„Zukunft der Stadt – 200 Jahre Fahrrad und voll im Trend?“, 22.6.2017, PIER F

 

ZuhörerInnen, Foto: ISOE

 Ende Juni 2017 fand der zweite Teil der Reihe „Werkstattbericht Zukunftsstadt“ im Rahmen der Frankfurter Bürgeruniversität bei uns im Haus statt.

Anlässlich des 200. Geburtstages des Fahrrads gab es eine spannende Podiumsdiskussion vor rund 50 interessierten Besuchern zum Thema Fahrradverkehr in der Zukunftsstadt.

Fahrräder sind aus dem Frankfurter Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Das Rad als Transportmittel erscheint als die Lösung für viele gesellschaftliche Probleme. Es werden weniger Luftschadstoffe ausgestoßen, das Klima wird geschont, Bewegung trägt zu einem gesunden Lebensstil bei, und die Aufenthaltsqualität in Städten steigt. Daraus ergeben sich die Problematiken und Fragen, die bei der Podiumsdiskussion intensiv diskutiert wurden: Wie kann man die Menschen dazu bewegen aufs Fahrrad umzusteigen? Wo liegen Hürden? Und wie viel Radverkehr verträgt eine Stadt?

Podiumsdiskussion, Foto: ISOE

Gäste waren Heiner Monheim von Raumkom – Institut für Raumentwicklung und Kommunikation, Klaus Oesterling (Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main), Walter Bien (Kasseler Verkehrsgesellschaft) und Norbert Sanden (ADFC Hessen e.V.). Moderatoren der Diskussion waren Jutta Deffner vom ISOE- Institut für sozial-ökologische Forschung und Thomas Klinger von der Goethe-Universität.

Wir hatten viel Spaß bei dieser Veranstaltung und hoffen, auch weiterhin intensiv über das Thema Mobilität diskutieren und berichten zu können. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten und Gäste.

 


 

Rockfon in Zusammenarbeit mit PIER F: Architektenfahrt zur Dutch Design Week, 28./29.10.2016

GruppenbildSchon seit mehr als einer Dekade präsentiert die Dutch Design Week Eindhoven jährlich einem internationalen Publikum aufregende Ideen aus allen Bereichen des Designs – und ist doch in Deutschland nur wenigen Kennern bekannt. Um hier ein wenig Abhilfe zu schaffen, lud die Firma Rockfon, Hersteller hochwertiger Akustikdecken und Partner von PIER F, Ende Oktober zu einer zweitägigen Architektenfahrt nach Eindhoven und Amsterdam. Freitag früh um 7.30 Uhr ging’s mit der Bahn ab Frankfurt Hauptbahnhof los, und nur wenige Stunden später konnte die im Lauf der Fahrt auf 19 Personen angewachsene Gruppe von Rockfon-Mitarbeiter Dominique Goven in einer der Ausstellungshallen begrüßt werden.

Die Dutch Design Week ging aus der jährlichen Präsentation der Abschlussarbeiten von Designstudenten hervor und ist heute mit über 2.400 ausstellenden Designern und 250.000 Besuchern jährlich eins der größten Designevents in Nordeuropa. Ausgestellt wird an zig Orten in der Stadt, ganz Eindhoven ist während dieser einen Woche auf den Beinen, und nicht wenige Vertreter weltweit agierender Unternehmen halten hier Ausschau nach marktträchtigen Lösungen und Produkten, nicht zuletzt auch nach potenziellen Mitarbeitern.

Spannende Einblicke
Spannende Einblicke

Eindhoven ist ein fruchtbares Terrain für Designer, wie die aus Frankfurt angereiste Gruppe bei einem geführten Rundgang erfuhr. Im Umkreis von nur einer Stunde finden hier junge Kreative sämtliche Dienstleister, die man zur Entwicklung und Produktion von hochwertigen Designlösungen braucht, von Rohstofflieferanten bis zu Anbietern von 3D-Druck. Das diesjährige Motto der Schau lautete „The Making of Your World“ und bot interessante Einblicke hinter die Kulissen – also in die Art und Weise, wie die Produkte und Lösungen, die uns tagtäglich umgeben, eigentlich „gemacht“ sind. Dass dabei Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle spielten, versteht sich von selbst. Beim Rundgang wurden auch eigenwillige Projekte vorgestellt, etwa das eines jungen Designers, der sämtliche Schritte im Herstellungsprozess eines Toasters im mühsamen Alleingang nachvollzog und zu dem Schluss kam, dass sein Toaster aufgrund der angefallenen Arbeitszeit etwa 2.000 Euro kosten müsste, wollte er ihn verkaufen. Die provokante Frage dahinter: Braucht der Mensch überhaupt ein Gerät, das Brot röstet? Und stehen Aufwand und Nutzen in einem gesunden Verhältnis zueinander?

Neben spannenden Geschichten über junge Kreative, die Angebote von Großunternehmen ablehnten, weil sie lieber für die Gesellschaft an sich, also zum Wohle aller Menschen als zum Wohle eines bestimmten Konzerns arbeiten wollten, wurden ausgewählte Stände präsentiert, zum Teil im direkten Austausch mit den verantwortlichen Kreativen. So ging es um den Entwurf eines speziellen Gebäudes für den innovativen Autobauer Tesla; um aus Bauschutt hergestellte schicke Steine für den Hausbau; um Wohneinheiten, die komplett aus recycelten Materialien, Einrichtungs- und Gebäudeteilen bestehen; ein landesweites Gasversorgungssystem, das sich an den tatsächlichen Bedarfen in unterschiedlichen Regionen orientiert und so Überversorgung verhindert; um aus den Restprodukten der Karotten- und Rote-Bete-Ernte gebackene Waffeln; oder auch um einen riesigen Ball, der durch die Wüste rollt, Landminen einsammelt und dadurch Menschenleben schützt.

Rockfon-Akustikspezialist Pascal van Dort
Rockfon-Akustikspezialist Pascal van Dort

Gegen Abend ging es dann in einem eigens gecharterten gemütlich-originellen „Partybus“ nach Amsterdam und dort mit dem Boot ins Top-Restaurant „L’Europe“. Der mit anregenden Eindrücken vollgepackte Tag klang bei einer nächtlichen Grachtenfahrt aus. Auch mit der Wahl des Hotels blieben die Rockfon-Verantwortlichen konsequent beim Thema Design. Denn dass Lloyd-Hotel, in dem früher einmal auswanderungswillige Osteuropäer untergebracht waren, ist nicht nur ein architektonisch imposanter Bau, sondern überrascht auch durch die Eigenart, dass hier kein Zimmer dem anderen gleicht: Jedes Zimmer ist einzigartig designt. Und so wollte man sich am nächsten Morgen nur ungern von diesem spannenden Ort verabschieden. Doch warteten schon die nächsten Programmpunkte, die sich wieder als absolut lohnenswert erwiesen.

Pascal van Dort, Dirk Egel, Carsten Tesmer
Pascal van Dort, Dirk Egel, Carsten Tesmer

Ort des Geschehens war das Schifffahrtsmuseum in einem aus dem Jahr 1656 stammenden Lagerhaus der königlich niederländischen Marine. Das Gebäude verfügt inzwischen über eine eindrucksvolle Glasdachkonstruktion und hat spannende Aus- und Umbauten hinter sich, die bei einem Rundgang erläutert wurden. Highlight war dann der Vortrag von Rockfon-Akustikspezialist Pascal van Dort. Seine fantasievoll und lebensnah aufbereitete Präsentation mit verblüffenden kleinen Live-Experimenten erklärte die Grundlagen der Raumakustik, unterstrich die Bedeutung einer guten Akustik für Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen und präsentierte ästhetisch ansprechende Lösungen auch für die kompliziertesten räumlichen und raumakustischen Gegebenheiten. Bei einer Lautstärke von 198 Dezibel stirbt der Mensch, aber auch am leisesten Ort der Welt – es handelt sich um einen bestimmten Raum in einem Gebäude von Microsoft – kann er es kaum länger als 40 Minuten aushalten. Schallwellen wiederum können zum Wohl des Menschen gedämpft, absorbiert oder geschickt gelenkt werden. Architektinnen und Architekten, die diesen Vortrag kennen, werden wohl kein Großraumbüro, kein Schulgebäude, keine Halle und kein Restaurant mehr planen, ohne sich Gedanken über menschengerechte akustische Lösungen zu machen. Das Gelernte konnte man anschließend bei inzwischen fantastischem Wetter auf dem Nachbau eines Schiffes der Niederländischen Ostindien-Kompanie sacken lassen, dem größten Exponat der Ausstellung des Museums. Es war der wunderbare Ausklang einer spannenden Architektenfahrt, für die sich die Teilnehmer beim Rockfon-Team aus Dirk Egel, Carsten Tesmer, Cathrin Biermann, Dominique Goven und Pascal van Dort herzlich bedankten.

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AiD und kunstkontakt zeigen in der Reihe Architektur im Film: „Häuser für Menschen – Humaner Wohnbau in Österreich“ Österreich 2013, R: Reinhard Seiß 6. November 2016, 11 Uhr, Deutsches Architekturmuseum DAM, Frankfurt

Von links: Susanne Petry (PIER F), Dr. Annette Becker (DAM), Marcus Gwechenberger (University of Applied Sciences) , Petra Schwerdtner (kunstkontakt)

Alle reden von artgerechter Tierhaltung – aber was ist eigentlich mit artgerechter Unterbringung für den Menschen? So lautet zugespitzt die Ausgangsfrage eines Films von Reinhard Seiß, den die Architekturplattform AiD – Architektur im Dialog in Zusammenarbeit mit kunstkontakt und Deutschem Architekturmusem im DAM Frankfurt zeigte. Viele Menschen träumen vom eigenen kleinen Haus im Grünen, können sich diesen Traum aber nicht leisten. Müssen sie ihn deshalb aufgeben? In Österreich haben kreative Architekten echte Alternativen im städtischen Siedlungsbau geschaffen, mit einem hohen Maß an Lebensqualität und viel Grün, zum Teil auch mit wegweisenden Konzepten für gemeinschaftliches Wohnen. Der Film von Reinhard Seiß porträtiert unter anderem die Gartenstadt Puchenau von Roland Rainer, den Wohnpark Alt Erlaa von Harry Glück sowie die Sargfabrik vom Baukünstlerkollektiv BKK-2 und lässt nicht nur Architekten, sondern auch zufriedene Bewohner zu Wort kommen. Deutlich wird, dass hier schon zu einer Zeit, als der Begriff Nachhaltigkeit noch gar nicht in aller Munde war, nachhaltig geplant wurde.

Filmvorführung im DAM
Filmvorführung im DAM

Hatten zur Begrüßung und Einführung Dr. Annette Becker (DAM), Susanne Petry (AiD/PIER F) und Petra Schwerdtner (kunstkontakt) gesprochen, bat im Anschluss an die Filmvorführung Petra Schwerdtner den Stadtplaner Marcus Gwechenberger zum Gespräch auf die Bühne. Gwechenberger lehrt an der Frankfurt University of Applied Sciences Stadtentwicklung und Wohnungsbau und arbeitet seit August 2016 im städtischen Dezernatsbüro für Planen und Wohnen. Gelungene und weniger gelungene öffentliche Plätze der Mainmetropole waren ebenso Thema des Gesprächs wie das neue Europaviertel mit seinen Highlights und seinen umstrittenen Aspekten, die nicht ganz einfache Umwandlung von Büro- in Wohnraum in der Bürostadt Niederrad, die Chancen und Risiken der Mietpreisbremse oder die Politik der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG. Gwechenberger erläuterte die Absicht, an der Optimierung der bisherigen Wohnungsbaupolitik zu arbeiten und attraktive Konzepte für die innerstädtische Verdichtung zu entwickeln. Die Beiträge aus dem engagierten Fachpublikum ließen sich als Aufforderung an die Stadt verstehen, endlich nicht nur aus den Fehlern der Vergangenheit, sondern auch von wegweisenden Projekten wie den im Film von Gerhard Geiß vorgestellten zu lernen.

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Climathon 28./29.10.2016, PIER F

Teilnehmer2 Ein Climathon – was ist denn das? Ganz einfach: ein globaler 24-Stunden-Ideen-Marathon zu Klimathemen, mit unaufgeregtem Wettbewerbscharakter. Bürgerinnen und Bürger in 59 Städten auf 6 Kontinenten werden seit 2015 jährlich dazu aufgerufen, 24 Stunden lang an Projektideen zur Lösung von Klimaschutzherausforderungen in der eigenen Stadt zu arbeiten. Hinter der Climathon-Idee steht Climate-KIC, Europas größte Innovationsinitiative für klimafreundliche Technologien, die die Events gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft, der Wissenschaft, dem öffentlichem Sektor und der Zivilgesellschaft organisiert.

Der Frankfurter Climathon 2016 fand von Freitag, 28., auf Samstag, 29. Oktober bei uns im PIER F statt. Entlang der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurden etwa folgende Fragen behandelt: Wie können wir in Frankfurt lokal dazu beitragen, große Ziele wie nachhaltiges Wirtschaften, nachhaltiges Konsumieren und Produzieren oder auch Klimaschutz in die Tat umzusetzen? Wie können wir im Quartier klimagerecht leben und nachhaltiges Handeln in unseren Alltag integrieren?

Präsentation der Projekte
Präsentation der Projekte

Zunächst gaben spannende Impulsvorträge den Teilnehmern Anregungen zur Entwicklung eigener Projektideen. Imke Eichelberl von Transition Town Frankfurt gab positive Beispiele für aus bürgerlichem Engagement heraus entstandene lokale Projekte. Tobias Löser von der Wirtschaftsförderung Frankfurt stellte das nachhaltige Gewerbegebiet vor, während Florian Leiß, ebenfalls Wirtschaftsförderung, einen Einstieg in das Thema Kreativwirtschaft in Frankfurt gab. Barbara Börner von labl.Frankfurt stellte die Rolle des Konsumenten in den Vordergrund, währen Lydia Koblofski vom entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Verfolgung der Nachhaltigkeitsziele thematisierte. Zum Abschluss ordnete Matthias Böhning von der deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen das Event politisch in den internationalen Kontext ein.

Dann waren die Teilnehmerteams an der Reihe. Während die einen überlegten, ob man ein in anderen Städten bereits funktionierendes Bonuspunktesystem für nachhaltige Einkäufe nach Frankfurt bringen könnte, planten andere Nachbarschaftscontainer als Orte in der Stadt, an denen Menschen zusammenkommen und gemeinsam denken und handeln. Wieder andere machten sich Gedanken über Plattformen, zum Beispiel im Internet, die es Bürgern ermöglichen, an der städtischen Raumplanung zu partizipieren.

Sieger?Nachdem die Teams, unterstützt von den Coaches Markus Allbauer, Barbara Börner, Marlene Haas und Florian Leiß, 24 Stunden lang intensiv gearbeitet hatten, wurden die Ideen am Samstagvormittag der Expertenjury präsentiert. Hier galt es, Max Weber (Energiereferat Stadt Frankfurt), Matthias Emde (Transition Town Frankfurt), Prof. Hannes Utikal (Provadis Hochschule), Eva Bergauer (IHK Frankfurt), Tobias Löser (Wirtschaftsförderung Frankfurt), Nils Hafa und Sebastien Martin (Social Impact Lab Frankfurt) von den Ideen zu überzeugen. Gewonnen hat am Ende das Team von #mygreenchallenge, das 2017 eine Social-Media-Awareness-Kampagne zu grüner Mobilität, fleischfreiem Konsum oder sparsamem Wasserverbrauch organisieren will. Nun werden Coaches aus dem Social Impact Lab Frankfurt, welches Start-ups aus dem sozialen Bereich unterstützt, dem Team bei der Umsetzung seiner Idee unter die Arme greifen.