PIER F NEWSLETTER NR 55
 
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ARCHITEKTUR.DESIGN.FILM & GESPRÄCH:
„Das andere Bauhaus – Die Designerin Charlotte Perriand“
Gäste: Denise Boxler und Henriette Kollera
Sonntag, 25. Oktober, 10.30 Uhr, Eldorado, Frankfurt/Main

Susanne Petry (Architektur im Dialog/PIER F, Gesamtorganisation) und Petra Schwerdtner (Kunstkontakt, Moderation) starteten 2010 gemeinsam die Filmreihe ARCHITEKTUR IM FILM (jetzt ARCHITEKTUR.DESIGN.FILM & GESPRÄCH). Das Spektrum der Filmreihe reicht von Porträts einzelner Protagonist:innen aus Architektur und Design über das Wahrnehmen von Architektur bis hin zu visionären Stadt- und Raumentwürfen.

Im Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung steht der Film „Das andere Bauhaus – Die Designerin Charlotte Perriand“ von Stéphane Ghez aus dem Jahr 2019. Charlotte Perriand (1903–1999) zählt zu den einflussreichsten Designerinnen und Architektinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre revolutionären Entwürfe prägten die moderne Wohnkultur. Der 53 Minuten lange Film beleuchtet ihr Leben und Werk, außerdem ihre Zusammenarbeit mit Le Corbusier und die Faszination für Japan.

Im Anschluss diskutiert Petra Schwerdtner mit den Gästen Denise Boxler und Henriette Kollera. Denise Boxler ist Interior Designerin und Unternehmerin. Mit Studio Bergn entwickelt sie nachhaltige Innenräume mit besonderem Fokus auf den Bestand und kreislauffähige Lösungen. 2026 gründete sie gemeinsam mit Verena Baranek CIRQTURE. Das Start-up entwickelt einen neuen Ansatz für den Innenausbau: eine Wohneinheit – vorgefertigt, rückbaubar und wiederverwendbar – mit dem Ziel, Umbauten schneller, ressourcenschonender und wirtschaftlicher zu machen. Denise Boxler verbindet dabei Gestaltung mit unternehmerischem Denken und der Frage, wie wir in Zukunft weniger neu bauen und besser mit dem umgehen können, was bereits da ist.

In ihrer Arbeit „weich und wütend“ hinterfragt die Kommunikationsdesignerin Henriette Kollera die Rolle der Frau in der Designgeschichte. Dies geschieht mit Hilfe der modularen, rasterbasierten Schrift „Neue Latent“. In der Umsetzung als gestrickte Textilien werden verschlüsselte feministische Aussagen dargestellt, wodurch Typografie und Kritik am aktuellen Designsystem verbunden werden.

Eldorado (Arthouse Kino), Schäfergasse 29, 60313 Frankfurt
Online-Tickets (13 €, erm. 8 €):
https://pierf.ticket.io/pVwLTAK6/
Bei Online-Buchung Teilnahme an einer Verlosung (Hotelgutschein für die „Villa Orange“)
Tickets auch vor Ort erhältlich

 
 
 

Erfolgreiche Präsentation des Ausstellungsmoduls für unsere  „Smart Green Box“ auf dem Willy-Brandt-Platz

Die „Smart Green Box" ist das Herzensprojekt unseres Zukunftshafen e.V.: Es geht um ein nachhaltiges, energieautarkes modulares Micro-House als Übergangsunterkunft, das Wohnungslose mit Hilfe von Technologie mit der Gesellschaft und dem kulturellen Leben verbindet. Weil das im wahrsten Sinne des Wortes „Design for Democracy“ ist, konnten wir die von Auszubildenden aus dem Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main gebaute Außenhülle der Box Ende September im Rahmen von „World Design Capital 2026“ der Öffentlichkeit präsentieren. Vier Tage lang war das gute Stück am Märchenbrunnen/Willy-Brandt-Platz zu sehen, wobei Wandzeichnungen der Künstlerin Billa Burger anschaulich vermittelten, wie der Innenraum einmal gestaltet sein soll.

Wir wussten im Vorfeld nicht, was uns erwarten würde. Und nun, da die Box wieder zurück an ihren Lagerstandort bei der IDH Drogenhilfe in der Schlielestraße transportiert wurde, sind wir überwältigt vom Zulauf und dem durchweg positiven Feedback. Neben den üblichen Neugierigen, die einfach mal wissen wollten, was es mit dem ungewöhnlichen kleinen Bauwerk auf sich hat, schauten gezielt auch Interessierte vorbei, die von dem Projekt gehört hatten: Fachleute aus Architektur und Design, Studierende, im sozialen Bereich Tätige, auch Mitarbeitende der Stadt und sogar Privatleute, die sich zukünftig vorstellen könnten, Flächen zum Aufstellen der Box zur Verfügung zu stellen. Wertvoll war auch der Austausch mit Wohnungslosen, die zufällig vorbeikamen und uns Feedback zur Gestaltung der Box und zu ihren individuellen Bedürfnissen gaben.

In den vielen Gesprächen ernteten wir Lob für unsere Initiative und die besten Wünsche für ein Gelingen des Projekts. Auch bei sichtlich Besserverdienenden, die vorbeischauten, spürten wir ein starkes Bewusstsein für das immer drängender werdende Problem der Wohnungslosigkeit beziehungsweise des immer knapper werdenden Angebots an bezahlbarem Wohnraum. 

Am Ende der vier Tage standen intensive Eindrücke, außerdem viele Anregungen und E-Mail-Kontaktadressen, die wir vor Ort in einem Notizbuch festgehalten haben. Wir hoffen, mit einigen der Menschen, die uns besucht haben, intensiver ins Gespräch zu kommen und unser „Smart Green Box“-Netzwerk zu erweitern. In den nächsten Schritten wird es um den Innenausbau und die Entwicklung der „smarten“ Elemente des Projekts gehen. Mit etwas Glück können wir dann im Laufe des nächsten Jahres schon die ersten beziehbaren „Smart Green Boxes“ aufstellen.

 

Redaktion: Michael Behrendt 
Fotos: ZHF e.V.

 
 
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